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Krankenhaus unter Beschuß (Teil 2)
Шта је гендер?
Gespräch mit der Chefärztin des städtischen klinischen Krankenhauses № 21 zu Donezk Nadeshda Iwanowna Tschegodajewa

Zerstörte Heiligtümer

Unweit von unserem Haus liegen Iwerski Nonnenkloster und ein Friedhof. Das Kloster ist leider zerstört, der Friedhof konnte auch einem solchen Schicksal nicht entgehen. Das war einer der modernen Friedhöfe von Donezk. Seine Gräber und Gedenkmäler waren schön und gut gepflegt. Aber Panzer und Schützenpanzerwagen machten sie dem Erdboden gleich. In jenem Raum (um Donezker Flughafen) wurden aktive militärische Handlungen geführt. Die Menschen, die dort waren, behaupten, es ist schwer etwas dort wieder zu erkennen oder was zu finden.

Ich erinnere mich an den Silvester-Vorabend 31. Dezember 2014. Seine Eminenz Erzbischof von Nowoasow Warsonofius besuchte unser Krankenhaus damals. Er besichtigte alle Zimmer im Krankenhaus, munterte alle Mitarbeiter auf, segnete unsere Patienten. Er behauptete, dass kein Heiligtum zerstört und geschändet bleiben würde. Alles solle wiederaufgebaut werden. Mit dieser Hoffnung leben wir.

«Wir werden alles wiederaufbauen»

Manche dachten, hier würden Depression, Feindschaft, Panik herrschen. Nein, so ist es nicht. Die Menschen helfen einander, sie schauen hoffnungsvoll in die Zukunft und glauben, dass wir alles wiederaufbauen, das uns die anderen brüderlichen Völker nicht im Stich lassen. Dieser Glaube lebt mit uns. Wir werden alles wiederaufbauen, nur sollen die militärischen Handlungen gestoppt werden!

Da kommt ein Mensch in das Krankenhaus und sagt: «Nehmen Sie mich auf irgendwelche Arbeit». Er fragt nicht nach dem Gehalt und erklärt es mit dem folgenden Argument. «Ich bin ohne Arbeit müde geworden. Wenn Sie mich nicht einstellen, werde ich so kommen und arbeiten, unentgeltlich. Werde helfen, das Krankenhaus wiederaufbauen. Ich will beschäftigt sein». Die Menschen wollen arbeiten. Das Volk will keinen Krieg.

Die Kinder des Krieges

Was spielen jetzt die Kinder am häufigsten? Blockstellen, amerikanische Spione, Saboteure… Wenn ich zur Arbeit gehe, beobachte ich das alles. Mein Herz schmerzt mir, wenn ich das sehe. Die Kinder sind scheu geworden, jedes Geräusch erschreckt sie. Die Tür knallt, und sie fallen auf den Boden oder verstecken sich. Sie müssen lange in den Kellern bleiben, sie erleben wenig einfache gewohnte Freuden normaler Kinder. Das bleibt nicht ohne Konsequenzen. Warum sollen die Kinder leiden, kann ich nicht verstehen.

Wissen Sie, viele Reporter kommen zu uns. Aus Kroatien, aus Japan, Franzosen, Chinesen, von der deutschen Zeitschrift «Stern», «BBC», «CNN», aus Russland kommen die Reporter oft. Einige übernachteten bei uns, um Beschüsse zu filmen und Krach von den explodierten Granaten aufzunehmen. Aus der Ukraine kommt aber keiner, warum?..

«Gott ist mit uns»

Oft fragt man: «Аber wo bleibt Gott? Warum hat Er das alles zugelassen?» Gott ist mit uns. Es hätte schlimmer sein können. Unserem Volk ist diese Prüfung zuteil geworden.

Oft entsteht die Frage: «Gehen oder bleiben?» Viele haben alles hier zurückgelassen und sind gegangen. Ich entschied mich hier zu bleiben. Die Menschen glauben an mich. Sie schauen an mich. Das heißt, ich muß vorwärts gehen und an nichts denken. Ich darf nicht klagen. Zum Beispiel, im Winter mußte ich schnelle Entscheidungen treffen, nur auf mich selbst hoffen, in verschiedenen Situationen rasch reagieren. Wäre ich damals in Panik geraten, würden die Menschen auf mich anders schauen. Ich soll auf die entstehenden Fragen antworten, in einer Situation entsprechend handeln. Das lernt mich zusammengefasst sein.

Die Menschen schauen auf mich und ahmen nach. Sogar die Nachbarn. Sie sehen mich zur Arbeit gehen und sagen: «Sie gehen arbeiten, das heißt, das Leben geht weiter». Und wenn ich mit allen in einem Linienbus fahre, aber nicht in meinem Dienstwagen, wenn ich alle Probleme und Not mit meinen Mitarbeitern teile, gibt es keine Zeit, lange zu überlegen. Ich bin zu der Schlussfolgerung gekommen: was mit den Menschen geschieht, das geschieht auch mit mir.

«Von wem fliehen»?

Von wem sollst du fliehen, wenn du keine schändliche Tat begangen hast? Von wem fliehen? Hier bin ich ein Mensch geworden und mich fachlich betätigt habe. Hier machte ich Abitur, absolvierte die Hochschule, hier wuchs ich auf, hier ist mir alles bekannt und teuer, jede Ecke. Ich arbeite in diesem Krankenhaus seit 30 Jahren, es wurde unter Qualen geschaffen. Als ein junges Mädchen bin ich hergekommen, hier lebte ich. Alle Ereignisse in meinem Leben sind mit dem Kollektiv des Krankenhauses verbunden. Hier ist mein Zuhause. Warum soll ich es verlassen? Das kann ich nicht verstehen. Es gibt keine Gründe dafür.

Gebethält

Leider kommen wir zu Gott, wenn es uns schwer zumute ist. Aber man muß sich an Ihn auch in Freude wenden und Ihm danken. Jetzt verstehe ich es (weint).

Während dieser Ereignisse gab es nicht einen Tag, wo ich nicht betete. Ich bete an die hl. Barbara, bitte die Gottesgebärerin um ihren Schutz und Fürbitte. Mehrere Male am Tage spreche ich Vaterunser vor. Ich bete nicht nur für mich, aber mehr für die Menschen, ich bete darum, dass die heilige Gottesgebärerin unser Krankenhaus, unsere Kinder, unsere Häuser beschützt. Das gibt mir Kraft.

Wenn du unter dem Beschuß zur Arbeit gehst, ist es schrecklich, aber du gehst trotz allem, du gehst weiter. Du gehst, weil du weißt: dort warten die Menschen auf dich, dein Team wartet. Wieso komme ich heute nicht? Was werden meine Mitarbeiter von mir denken? Bist du feige? Und diese Kraft treibt dich vorwärts. Du gehst und betest. So wird es leichter… Du kommst, arbeitest, wirst abgelenkt: Patienten, Besucher, laufende Angelegenheiten. Ein Krankenhaus ist ein lebendiger Organismus. Wenn du ein Problem jetzt nicht gelöst hast, wirst du es am nächsten Tag zu lösen haben.

Am Morgen wird es geschossen. Am Nachmittag wird es auch geschossen. So vergeht der Tag. Nach Feierabend gehst du wiederum betend nach Hause. Dabei denkst du daran, wie du am schnellsten in die Deckung kommst.

Gott ist näher geworden, denn wir wissen keine Gründe für diesen Krieg. Wir wenden uns an Gott, dass Er uns erleuchtet, uns die Weisheit gibt, uns lehrt, wie wir weiter leben sollen. Diese Zeit ist schwer, das schon, aber die Alltagsfragen in dem Krankenhaus werden schnell und leicht gelöst.

«Unsere wichtigste Aufgabe ist überleben»

Es gab keine Tür, woran ich anklopfte und es mir nicht aufgetan wurde. Unsere Kreisadministration antwortet auf alle unsere Anfragen, ihre Mitarbeiter kennen alle unsere Probleme. Wenn ich sie um etwas bitte, so kommen sie gleich und schauen, womit sie helfen können. Ich denke, eine solche Verwandtschaft unter den Menschen gab es nie.

Manche Ärzte sprechen von neuen Technologien, Innovationen. Das ist alles schön und gut. Aber unsere wichtigste Aufgabe ist jetzt überleben, unser Team und die vorhandene Ausrüstung behalten. Was die Innovationen und moderne Technologien betrifft… Das kommt noch. Während des Großen Vaterländischen Krieges wüssen die Menschen auch so miteinander verwandt gewesen sein. Ein Mensch mit einer verfaulten Seele war fehl am Platze in einem Kollektiv, denn es ist in solcher Zeit unmöglich, heuchlerisch, zynisch zu sein und nur an sich selbst, an sein Wohl zu denken und anderen nicht zu helfen.

Es gibt bei uns viele Mitarbeiter, die mich ermutigen. Sie lächeln und scherzen, dabei sind ihre Häuser und Wohnungen zerstört, manche von ihren Verwandten sind verwundet. Die materiellen Werte treten zurück. Ich sehe, wie die Menschen seelisch schön sind. So lernen wir von einander.

Fortsetzung folgt…

Aufgeschrieben von Nonne Johanna (Pankowa)

26.11.2015

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