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Krankenhaus unter Beschuß (Teil 3)
Gespräch mit der Chefärztin des städtischen klinischen Krankenhauses № 21 zu Donezk Nadeshda Iwanowna Tschegodajewa

«Darf ich in Ihrem Keller übernachten?»

Unserem Krankenhaus wird geholfen, die Behörden stehen gut zu uns, aber bedauerlich merken wir deswegen Neid seitens der Chefärzte der anderen Krankenhäuser. Ich würde ihnen sagen: «Wo liegt das Problem? Lasst uns unsere Lagen tauschen. Lasst uns in der Stadtmitte eine Woche arbeiten, und ihr — hier».

Ich stand einmal in einer Warteschlange in einem Supermarkt in der Stadtmitte. Dort hörte ich ein Gespräch: «Warum beschießen sie die Stadtmitte aber nicht den Vorort? Lasst sie den Vorort beschießen». Als ob dort keine Menschen wohnen. Das kann ich nicht verstehen.

Im August am Anfang des Krieges war es schrecklich. Jetzt lebt die Stadt wieder, aber damals konnte man auf den zentralen Straßen keine Katzen, keine Hunde, keine Menschen, keine Autos sehen. Grauenhaft! Es war als ob die ganze Stadt ausgestorben gewesen wäre. Aber die Einwohner der Stadtmitte wollen das nicht verstehen. Sie wollen diesen Geist der Zerstörung nicht verstehen.

Unser Krankenhaus ist wie ein Vorposten für die Einwohner unseres Stadtviertels, wie eine Insel des Lebens. Es zieht die Menschen her, sie wollen «sich an uns anlehnen». Vor kurzem kam zu uns ein Mensch und bat: «Nadeshda Iwanowna, darf ich hier bei Ihnen in dem Keller übernachten??» Ich fragte: «Warum gerade in dem Keller?» — «Wer weiß, was alles geschehen mag, wenn es geschossen wird. Ich wohne allein, wenn das Haus abstürzt, keiner kommt auf die Idee nach mir zu suchen». Man kommt zu uns nur deswegen, weil hier die Menschen da sind. Man sucht hier Wärme und Obhut. Man kommt her, weil man versteht, hier wird es geholfen. Das zieht die Menschen her.

Vorige Woche kam ein Kriegsveteran zu uns, mit einem Gehstock. Sein Sohn ist nach Russland gegangen, er wohnt allein. Eine Granate fiel auf das Dach seines Hauses. Das Dach war undicht. Mit den zitternden Händen bat er, ihm einige Stücke des zerbrochenen Dachschiffers zu geben, um die Löcher zu verdecken. So eine Kleinigkeit! Ich schickte meine Arbeiter, um dem Mann mit dem Dachschiffer zu helfen. 

Im Winter kamen viele Menschen ihre Handys aufzuladen. In unserem Krankenhaus gab es Strom. Die ganze Stadt war dunkel, denn alle Stromleitungen waren kaputt, alle Transformatoren. Die Soldaten hatten gezielt auf die Transformatorenhäußchen geschossen, damit es in der Stadt keinen Strom gab. Man muss die Behörden nach Gebühr beurteilen – den einzigen starken Generator, der in Donezk vorhanden war, gaben sie unserem Krankenhaus. Er arbeitete 10 Stunden pro Tag, 5 Stunden am Morgen, 5 Stunden am Abend, wenn der Frost begann. Das war im Januar. Frauen, Kinder, alte Menschen kamen her, um Tee zu kochen, Computer und Telefone aufzuladen. Man unterhielt sich miteinander.

Eine interessante Geschichte spielte sich einmal ab. Auf dem Kremlin-Prospekt fiel ein Geschoß gerade auf ein Haus. Unsere Ärzte und anderes Personal liefen den Menschen helfen. Manche Ärzte hatten chirurgische Kittel an. Eine Frau kam heraus und begann zu weinen und zu bitten: «Doktoren, geht in Deckung. Wenn euch was passiert, wer wird uns retten?» Sie dachte nicht an sich selbst, sondern an die Ärzte.

Im Winter erhielten wir viel Nahrungsmittel vom dem russischen humanitären Konvoi. Am Morgen luden wir die Nahrung aus, und am Nachmittag begann der Beschuß. Minen, Granaten fielen in den Hof. Eine Schlagwelle schlug eine Tür in der Küche aus. Die Eisentür sah wie ein Rohr aus. Keiner von dem Personal ging weg. Wir fürchteten für die Lebensmittel. Sollten sie etwa die ganze Nacht draußen bleiben? Wir blieben und mauerten die Türöffnung unter dem Beschuß zu.

Das war lebenswichtig! Verstehen Sie? Es gab viel von solchen Geschichten. Ich könnte sie unendlich erzählen. Das zeugt davon, was für wunderbare Menschen wir haben.

DonbassisteininternationalesLand

Es gibt viele Nationalitäten in Donbass. Die Menschen hier sind gut ausgebildet, es gibt viele Wissenschaftler, wir haben hier ein herrliches Institut für Medizin, welches noch in der Vorkriegszeit gegründet wurde. Viele unsere Ärzte genießen internationale Anerkennung. Viele arbeiten in der Russischen Akademie der Wissenschaften. In Donezk allein gibt es so viele Hochschulen mit reichen Traditionen, die sehr gute Ausbildung gewähren.

Unser Land hat viele fleißige und ausgebildete Menschen. Unsere Menschen sind interessant und eigenartig. Das Entwicklungsniveau unserer Bevölkerung ist beneidenswert. Ich finde nur eine Erklärung für diesen Krieg. Man dachte immer, dass die Menschen, die hier wohnen, gute Gehälter erhielten. Aber sie arbeiteten auch viel! Die Arbeit der Bergarbeiter ist schwer und erschöpfend, deshalb wurden sie gut bezahlt. Das ist ja verständlich! Das ruft aber das Neidgefühl hervor.

Ich kann es nicht verstehen, wie man einen Krieg entfesseln kann. Wie kann man so intolerant gegenüber den Menschen anderen Glaubens sein! Bei uns gegenüber der Orthodoxen Kirche steht eine Moschee. Die Moslems sammelten sich hier immer an ihren Feiertagen. Das Volk begrüßte das immer. Keiner wurde geschmälert, keiner wurde gehindert. Im Gegenteil, wir freuten uns über die Freude der anderen.

Jeder Glaube muß geachtet werden. Ja, man glaubt anders, aber man glaubt an Gott, und das ist gut. Das heißt, man hat einen Kern, man hat Elemente des Guten im Herzen. Nur der ungläubige Mensch ruft Mißtrauen hervor…

Aufgeschrieben von der Nonne Johanna (Pankowa)

04.03.2016

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