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Wie unser wort auswirkt
Jelena Gulidowa

Meine Bekanntschaft mit der Schwester der Barmherzigkeit Daria Tschetschko begann mit einer komischen Geschichte. Als ich sie zum erstenmal geschäftlich anrief und während des Gesprächs fragte, wie sie hieß, hörte ich den Namen «Galina». So trug ich ihren Namen in mein Handy ein. Als wir uns trafen, fragte ich sie wieder nach ihrem Namen, ich wollte ihn für alle Fälle präzisieren. Ich war erstaunt, als ich einen anderen Namen hörte. Wie konnte ich mir diesen anderen Namen aufschreiben, sie sind ja überhaupt nicht ähnlich! Galina und Daria sind so seht verschieden. Als ich ihr erzählte, welchen Namen ich ihr in meinem Notizbuch gegeben hatte, war sie noch mehr erstaunt als ich und sagte geheimnisvoll: «Galina scheint mein zweiter Name zu sein. Damit ist eine interessante Geschichte verbunden. Nachher werde ich sie erzählen.»

Nach einer Zeit erinnerte ich sie daran, und sie erzählte mir eine Geschichte, die ihr in Italien zugestoßen war. «Ich ging dorthin mit einer Ausstellung. — erinnert sich Dascha. — Der letzte Tag der Ausstellung trat ein und wir sollten zu dem Flughafen fahren. Eine meiner Kolleginnen und ich fingen an, einen Bus zu suchen. Es gab viele Busse aber wir konnte einen uns passenden Bus nicht finden. Plötzlich hörten wir jemanden auf Italienisch schreien: «Hei, ihr, zwei Hühner, euer Bus sollte hier stehen, aber er ist noch nicht angekommen. Warum seid ihr überhaupt da?» Wir schauten dorthin und bemerkten einen bärtigen Mann mit einer Wintermütze mit den Klappohren. Er saß auf den Treppen vor dem Ausstellungspavillon, als wir an ihm vorbeikamen. Das Wort «Huhn» lautet auf Italienisch «gallina» (wie auf Russisch Galina — ein Frauenname). Daran erinnerte ich mich, als du mir sagtest, dass du den Namen Galina als meinen Namen dir notiert hattest. Es war komisch».

Daria ist ein Philologe und weiß, dass jede Sprache ihre Eigenschaften hat. Mit einem und demselben Wort kann man in einem Land einen Menschen loben, in einem anderen kränken, in einem dritten Land wird man dich überhaupt nicht verstehen.

Zum Beispiel, auf Polnisch hat das Wort «napewno» die Bedeutung «genau», aber im Belarussischen heißt es «möglicherweise». Das polnische Wort «uroda» bedeutet «Schönheit», und im Russischen hat dieses Wort eine entgegengesetzte Bedeutung. Es gibt eine Menge solcher Beispiele. «Ich reise von einem Land ins andere. Manchmal verwechsle ich die Bedeutungen einiger Wörter. Das kann zu komischen Situationen führen. — gesteht Dascha. — Gewöhnlich behalte ich die Informationen über das Land, wo ich mich befinde, und die Besonderheiten seiner Sprache… Je mehr ich in andere Länder reise, desto mehr will ich in meinem eigenen Land reisen… Nicht von ungefähr nimmt Belarussisch die dritte Stelle in der Welt nach der Schönheit ein.»

Daria Tschetschko besuchte nicht wenige Länder: Italien, Polen, Deutschland, Österreich, Tschechei, Slowakei, Russland, die Ukraine. Sie sagt, dass viele Ausländer sie bitten etwas auf Weißrussisch zu sagen, und wenn sie es hören, so sprechen sie von der Schönheit und dem Wohlklang der belarussischen Sprache.

Noch von der Schulbank beschloß Daria ihr Berufsleben mit dieser Sprache zu verbinden. «Das geschah von selbst, — erinnert sich das Mädchen. — Als ich zum erstenmal an der Gebietsolympiade in der belarussischen Sprache teilnahm, belegte ich ohne jegliche Vorbereitung den 11. Platz. Das war ein gutes Ergebnis für die Schülerin einer Dorfschule. Seitdem lernte ich meine Muttersprache ernsthafter. Davor lernte ich mehr Russisch. Vielleicht lag es daran, dass meine Familie russischsprachig ist, was für Dorfbewohner nicht ganz typisch ist. Erst in der ersten Klasse erfuhr ich, dass außer Russisch noch Belarussisch — meine Muttersprache existiert. Früher dachte ich, dass Muttersprache die Sprache ist, die man seit der Geburt hört, die man zuerst sprechen lernt. Diese Sprache war Russisch für mich. Ich konnte schon lesen, als ich zur Schule ging, aber nur in der Schule lernte ich, dass es solch eine Buchstabe wie "ў" gibt, dass die Buchstabe "и" auch anders aussehen kann. Viele Wörter werden so wie im Russischen ausgesprochen. An meine Muttersprache musste ich mich gewöhnen.

Seit meiner Kindheit las ich gern, der Unterricht im Schreiben gefiel mir auch. Als ich wuchs, wollte ich mich dem Journalismus widmen. Dann aber überlegte ich es anders. Grundsätzlich bedauere ich meine Wahl nicht. Wenn man seine Gedanken schön ausdrücken kann, kann man sich mit x-beliebiger Ausbildung realisieren. Aber nur durch die Philologie kann man die Geheimnisse der jeweiligen Sprache erkennen, indem man diese Sprache tief bis ins jede Wort studiert hat.“

So wuchs Daschas Begeisterung für Sprachen in den Beruf hinüber. Nach dem Abitur ging sie auf die philologische Fakultät der Belarussischen staatlichen Universität. Sie zog nach Minsk um. Nach der Uni sollte das Mädchen in den Rayon von Beresino gehen, dort wurde ihr eine Stelle zugewiesen. Ihr Vater aber bestand darauf, dass sie in Minsk blieb. Wie die meisten Eltern, die ihr ganzes Leben auf dem Land lebten, wollten sie ihrer Tochter ein besseres Los. Es gab aber auch einen anderen wichtigeren Grund dafür. Sie wollte sich mit dem Hl.-Elisabeth-Kloster nicht trennen, wo sie damals Gemeindemitglied war. Deshalb begann sie im letzten Studienjahr eine Arbeit in Minsk zu suchen. Sie ging zu den Vorstellungsgesprächen in verschiedene Verlage, wo sie als Redakteurin oder Korrektorin arbeiten wollte. Es gelang ihr aber nicht.

„Plötzlich regelte sich die Sache von selbst, — erzählt das Mädchen. — Ich kam in die Uni, zu einem Treffen mit dem wissenschaftlichen Leiter meiner Diplomarbeit und sah eine Bekanntmachung darüber, dass das Hl.-Elisabeth-Kloster neue Mitarbeiter suchte. Ich war über diese Bekanntmachung einigermaßen erstaunt. Ich dachte, das Kloster hätte genug Mitarbeiter. Was sollte ich dort tun? Aber gleichzeitig verstand ich, dass das nicht zufällig war, es gab etwas von Gottes Vorsehung daran. Ich entschied mich zu versuchen. Ich schickte mein Resümee und nach dem Vorstellungsgespräch begann ich zu arbeiten. Das Studium setzte ich auch fort. An der Uni blieb die wichtigste Etappe — die Verteidigung der Diplomarbeit. Es gab wenig Zeit dafür, aber ich fuhr auf eine Dienstreise in die Ukraine. Dort hatte ich Glück die Kiewer Höhlenkloster zu besichtigen, an der heiligen Reliquie von Nestor dem Chronisten zu beten. Dieser Heilige verfasste die berühmte "Nestorchronik", deshalb ist er mir als Philologe geistlich nahe. Nach der Rückkehr betete ich zu ihm und bat, mir zu helfen die Diplomarbeit beenden. Ich musste die Arbeit sogar in der Nacht schreiben, um sie rechtzeitig abzugeben. Ich kann nicht behaupten, dass alles einwandfrei war, aber der Rezensent hatte keine Fragen an mich, und ich bekam "ausgezeichnet". So wurde ich durch Gebete des hl. Nestor Fachmann mit einem Universitätsdiplom.“

Dascha wurde im Rayon Bykhow Gebiet Mogilew geboren. In der Familie, wo sie erzogen wurde, gab es sieben Kinder. Eine ihrer Schwestern Katharina arbeitet auch in unserem Kloster. Dascha begann hier 2012 zu arbeiten. Außer ihrer Hauptarbeit besuchen sie mit der Schwester die kranken Internatskinder und seit vor kurzem leitet sie „Batlejka“-Theater in der Sonntagsschule. Sie meint, dass man in dem Kloster neue Fähigkeiten nicht nur entdecken, sondern auch entwickeln kann. Aber es ist unmöglich das ohne Gottes Hilfe zu tun.

Daschas Weg zu Gott war besonders. Sie meint, dass man viel in der Familie lernt. Das Muster der Eltern hat eine wichtige Bedeutung. «Unser Vati war immer auf der geistlichen Suche, Mutti war Gemeindemitglied schon als Studentin. Natürlich sollten sie die Periode des Atheismus überstehen. Jetzt ist mein Vati der Vorsteher in seiner Dorfgemeinde. Der Gottesdienst an jedem Sonntag ist jetzt unsere Familientradition. Früher gab es keinen Priester in unserem Dorf, und unsere Familie empfang immer die Priester, die zu uns zum Gottesdienst kamen. Unsere Großmutter betete immer dafür, dass in unserem Dorf eine Kirche eröffnet wurde. Endlich erreichte sie, dass in dem örtlichen Sanatorium, das nicht mehr funktionierte, eine Kirche eingeweiht wurde. In meinem Haus hörte ich immer die Gebete, wir lasen die christliche Literatur. Schon in meiner Kindheit trat Gott unsichtbar in mein Leben ein. Meine bewusste Begegnung mit dem lebendigen Gott fand statt, als ich erwachsen wurde.

Man sagt dir: du sollst glücklich und erfolgreich sein, du sollst eine gute Arbeit haben… Man sucht etwas das ganze Leben. Aber für jeden, der in dem Kloster arbeitet, ist die wichtigste Suche die Suche nach Gott. Jeden Tag, wenn ich aufwache, beginne ich nach Gott in meinem Leben zu suchen. Wo ist Er in diesem Augenblick? In meinem Herzen? Oder ist der Glaube eine Gewohnheit? Es kommt ein Augenblick, wo ich plötzlich verstehe, dass Gott kommt und meine Seele wie mit einer warmen Decke bedeckt. Und ich verstehe, dass es so sein muß. Eine solche Fülle des Gemeindelebens gibt es nur in der Orthodoxen Kirche. Ich meine, dass alles, was meine Eltern in meine Seele gesät hatten, jetzt Früchte bringt.»

Während der Arbeit in dem Kloster sollte Dascha einige Fremdsprachen lernen. Nicht perfekt natürlich, wie sie meint, aber wenn sie im Ausland ist, kann sie sich mit den örtlichen Einwohnern verständigen. Sie kann verstehen, was man ihr sagt. Sie denkt, dass, je mehr man Fremdsprachen spricht, desto lieber die Muttersprache wird. Leider kann man selten in Belarus eine richtige schöne belarussische Sprache hören. Viele wie auch Dascha selbst in ihrer Kindheit meinen, dass Russisch ihre Muttersprache sei. Die Geschichte hat ihre Spuren hinterlassen. Die Einwirkungen der Periode der Unterdrückung der belarussischen Sprache sind zu spüren. Man hielt Belarussisch für bäuerlich, ja nicht existierend. Nichtsdestoweniger haben die belarussische Literatur und Kunst eine reiche Geschichte. Die belarussische Kunst und Architektur kennzeichnen sich durch ihre Eigenart und Kolorit. Manche Ausländer, die nach Belarus zum Studium kommen, wollen Belarussisch lernen und staunen, wenn sie erfahren, dass man die örtliche belarussische Sprache nicht lernen muß, um in Belarus zu wohnen. Aber manche entdecken mit Erstaunen, dass Russisch und Belarussisch verschiedene Sprachen sind.

«Eine meiner Kommilitoninnen sprach einen Polesje-Dialekt. Als ich sie mit ihrer Mutter telefonieren hörte, konnte ich einige Wörter gar nicht verstehen, manche Wörter schienen mir komisch. Aber sie hatten ihren besonderen Geist. Jetzt werden die Gottesdienste in einigen Kirchen auf Belarussisch zelebriert. Aber Gott versteht uns auch ohne Worte, Er nimmt unsere Gebete in jeder Sprache an, wenn das Gebet vom Herzen ausgeht.»

10.03.2016

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